Heraus! – Du musst es dreimal sagen.

Jetzt ist er also da – der Tag, an dem Teile im Osten der Ukraine ihr Referendum abhalten, ob sie sich vom Rest der Ukraine abspalten wollen oder nicht.

Ob man nun Faust mit Slawansk vergleichen kann und Mephistopheles mit Russland, sei dahingestellt. Dennoch scheinen die Ukraine durch eine stärkere Verbundenheit mit Russland mephistophelische Versprechen zu locken, deren langfristige Konsequenzen noch nicht abzusehen sind. Und über die Entscheidung kann gesagt werden, die Ukrainer haben das so gewollt, auch wenn sich laut Medien diejenigen, die gegen eine Abspaltung stimmen würden, zur Wahl nicht trauen.

Die Situation ist weiter undurchsichtig – zu viele Faktoren aus Geschichte und Gegenwart spielen eine Rolle, als dass man als Laie beurteilen könnte, wer nun Recht hat, die EU und Nato, die USA oder Russland. Und wer genau hinter den pro-Russischen Aktivisten steckt, ist auch nicht klar erkennbar, denn alle Seiten werfen sich gegenseitig eine Beeinflussung der jeweiligen Bevölkerung vor.

Die Frage ist nun, ob es die Europäische Union – die 2012 den Friedensnobelpreis bekam und das auch nicht ganz zu Unrecht – schafft, dieser Rolle gerecht zu werden, indem sie sich eigene Fehler eingesteht und dennoch in eindeutiger Haltung auf Russland und auf die pro-Russischen Ukrainer zugeht. Denn in dem Punkt hat Gregor Gysi mit seiner Rede vom 11. Mai 2014 Recht: Dauerhafter Frieden in Europa ist unumgänglich mit einem Frieden mit Russland verbunden.

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Was tun mit Putin?

Am 21. März 2014 titelte die SZ: Westen forciert die Isolierung Putins

Man bekommt es schon mit der Angst zu tun. Auf der einen Seite geht hier das Leben seinen Lauf und die Ukraine und Russland sind relativ weit weg. Auf der anderen Seite stehen wir mitten drin.

Die Geschichte wiederholt sich. Immer wieder. Auch einen Krimkrieg gab es schon mal. Die Ursachen aller dieser Kriege und Konflikte sind höchst komplex, auch wenn es natürlich immer auch und vor allem um Machterhalt und -ausbau geht. Seit es Menschen gibt, gibt es Konflikte und Kriege um ideelle oder materielle Güter.

Frieden hingegen ist kein selbstverständlicher Zustand. Er muss gestiftet werden. Wie dies im konkreten Fall aussehen kann, weiss natürlich noch keiner. Ein möglicher Friedensstifter wäre die Europäische Union. Sie hat im Jahr 2012 den Friedensnobelpreis verliehen bekommen. Dieser zeichnet denjenigen aus, der sich am meisten um die Verbrüderung der Völker verdient gemacht hat und auf die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat. Doch die Europäische Union kann sich in politischen Fragen nur schwer einigen und findet nun mit ihren Isolationsanstrengungen gegenüber Russland den kleinsten gemeinsamen Nenner. Doch mit wachsender Isolation schwindet im gleichen Maße die Möglichkeit des Dialogs.

Wenn Europa es schaffen würde, seine Kluften zu überwinden und sein Potential zu erkennen, dann könnte die Union zu einem echten Friedensstifter werden. Dazu müssten die Vertreter und Repräsentanten dieser Union jedoch auch ihren Bürgern klarmachen, dass es sich bei diesem Bündnis nicht um ein leeres Konstrukt handelt, welches mit enormer bürokratischer Anstrengung einen Apparat am laufen hält, der außer unsinnigen gesetzlichen Richtlinien über die Biegung von Gurken und ähnlichem, nichts hinbekommt. Denn diese Meinung ist so unwahr wie weit verbreitet. Vielmehr handelt es sich bei Europa und in weiterer Folge der Europäischen Union nicht nur um einen aus geographischer Sicht nun mal bestehenden Kontinent, sondern um eine Gemeinschaft, die in großem Maße historische, kulturelle, wirtschaftliche, rechtliche und eben auch ideelle Aspekte einschließt. Dies wiederum wäre das Fundament, auf dem Europa stehen könnte und auf dem es eine friedensstiftende Funktion ausüben könnte.