Flucht

„Man muss das Fremde wahrnehmen, um sich selbst zu verstehen“…

… sagt Navid Kermani in einem Interview im Kölner Stadtanzeiger im August 2015. Von Wahrnehmen ist jedoch vielfach keine Rede – vielmehr von massiver Abwehr und von Hass und Gewalt gegen alle, die von ihrem Recht auf einen Asylantrag Gebrauch machen.

Als vor zwei Jahren 300 Tote aus dem Mittelmehr gefischt wurden, war die Betroffenheit groß – genauso groß blieb der Unwille, auch nur einen Deut an der Flüchtlingspolitik zu verändern. Die Folge davon sind allein 2.500 Tote im Mittelmeer im noch nicht vollständigen Jahr 2015 – und 71 Tote in einem Lastwagen mitten in Europa.

Politische Veränderungen wären der einzige Weg, um dem ein Ende zu bereiten. Höhere Zäune und dickere Mauern sind es nicht. Die Schleuser sind nicht das Problem. Das Problem sind Politiker, die die Augen verschließen vor der Verantwortung, die sie haben. Langfristig nachhaltige Schritte wären:

  • Einflussnahme auf Diktatoren wie Isayas Afewerki, Robert Mugabe oder Umar al-Baschir, um in den Herkunftsländern Veränderungen herbeizuführen, die eine Flucht zumindest nicht mehr so notwendig machen wie sie es heute für die Menschen noch ist.
  • Legale Fluchtwege für Menschen aus Eritrea, Syrien, dem Sudan und Simbabwe sowie weiteren Ländern, für deren Menschen der Asylantrag mit höchster Wahrscheinlichkein auch anerkannt wird.
  • Eine Zusammenarbeit der 28 Mitgliedstaaten der EU mit einer gerechteren Verteilung der Flüchtlinge auf alle Staaten.
  • Eine gerechte Prüfung von Asylanträgen auch aus dem Balkan: Belgiens Entscheidung, Albanien 2012 als sicheres Herkunftsland anzuerkennen und das 2014 wieder rückgängig zu machen, wird nicht von ungefähr gekommen sein.

Europa als Friedensnobelpreisträger sollte versuchen, seinem Titel gerecht zu werden und gemeinsam Politik machen – die 70 Jahre Frieden werden sonst bald vorbei sein und es würde sich erneut zeigen, was sich seit Menschengedenken immer wieder bewahrheitet: Wir sind nicht in der Lage, aus der Geschichte zu lernen.

Eine Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Flüchtlinge ist dabei wenig hilfreich. Vielleicht ist es tatsächlich nicht möglich, alle Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. Die Polemik jedoch ist menschenverachtend. Denn was ist verwerflich an dem Wunsch der Menschen, sich auf den Weg zu einer Perspektive für sich und ihre Familie zu machen? Und seit wann steht es uns zu, Menschen dafür zu verurteilen, dass sie sich ein besseres Leben wünschen?

Wir haben – und zwar unverdient und ohne unser Zutun – das Glück, dieses bessere Leben zu haben, auch wenn wir dennoch Sorgen haben nicht alle in Saus und Braus leben. Rechtsstaatlichkeit, Pressefreiheit, ein Existenzminimum, Hygienestandards und Gesundheitsversorgung haben wir hier alle. Noch dazu können wir einkaufen gehen, ohne Angst haben zu müssen, erschossen zu werden. Frauen werden in den wenigsten Fällen zwangsverheiratet und Minderheiten nicht diskriminiert.

Dass andere uns als Paradies wahrnehmen, sollte uns vor Augen führen, was Deutschland ist: ein Paradies. Das bleibt es aber nur, wenn wir nicht versuchen, es mit Stacheldraht abzusichern und dadurch Verbrecherbanden Tür und Tor öffnen, die auf illegalen Wegen den Stacheldraht umgehen und dabei Millionen verdienen.

Veränderung

„gib mir ein t-shirt – mit andreas baader drauf – und einen catwalk – für den tagtraumdauerlauf – komm hol auch du dir – preisgünstig revolution – mit ein zwei freibier – und che guevara kondom – wir sagen: vorsicht! ein trend geht um – du brauchst: veränderung“

Veränderung ist ein großes Wort. Und meist wird damit Großes assoziiert – vor allem aber impliziert dieser Begriff immer auch eine Besserung, die umfassend sein wird. Damit spielt auch die Mediengruppe Telekommander in ihrem Lied „Trend“. Es kommt hier der große Umsturz zur Sprache, die Revolution der Unterdrückten, allerdings in Form eines Kondoms – viel Neues ist also vom Konzept der Revolution nicht mehr zu erwarten. Und da das nichts hilft, so greift man darauf zurück, wenigstens ein wenig subversiv querzudenken, was sich letztlich aber wieder nur als Trend
erweist. Dieses bisschen Mainstream stellt sich jedoch als unzureichend heraus, denn im Grunde will man was anderes, nämlich eine wirkliche und wahrhaftige Veränderung. Doch wie sieht so etwas eigentlich aus? Und was ist das überhaupt?

Wir hatten in den letzten Jahren zahlreiche aufrüttelnde Erlebnisse, die umgehend nach Wandel und Veränderung schrien. Sich wiederholende Fleischskandale, zunehmend starke Stürme, Klimawandel, Weltwirtschaftskrise, Fukushima und vor allem Europa, das, noch in den Kinderschuhen steckend, sogleich durch eine schwächelnde Währung wieder arg ins Wanken geriet. Wir erwarten nun sehnsüchtig den Wandel, der mit mehr Sicherheit, Energie-, Familien- oder Bildungspolitik kommen soll und hoffentlich alles verändern wird. Wenn sich dann jedoch die anfängliche Verheißung nicht innerhalb kürzester Zeit erfüllt hat, drehen wir uns wieder um 180° und versuchen es mit einem neuen Konzept, das dem bisherigen Vorgehen diametral entgegen steht.

Doch können wir so wirklich auf einen Wandel hoffen? Erreichen wir so einen Paradigmenwechsel, der nachhaltige Veränderung mit sich bringt? Sicher, in der Retrospektive der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder Katastrophen, Revolten, Kriege, die zu einem grundlegenden gesellschaftlichen Umbau führten. Meist war es großes Leid, das damit einherging oder zu dem Wandel führte. Der Boden, auf dem die Menschheit steht, muss oft erst ins Wanken geraten, damit der Gedanke an eine Veränderung überhaupt ins Gesichtsfeld rücken kann. Als Reaktion auf das Geschehene möchte man alsdann am liebsten gleich die Richtung komplett ändern. Das Ergebnis dieses Handelns wird allerdings dann erst im Nachhinein reflektiert. Und zwar, weil der Plan nicht aufging und die logische Folgerung sich als falsch erwiesen hat, dass, wenn das Abbiegen nach links falsch war, man wohl doch nach rechts muss. Es ist dann wie in dem Märchen vom süßen Brei, in dem ein braves Mädchen mit seiner Mutter im Wald lebt und nichts zu essen hat. Als das arme Mädchen einer alten Frau begegnet, schenkt diese ihm ein besonderes Töpfchen, das die Verheißung in sich birgt, nie wieder hungern zu müssen. Denn sobald es heißt „Töpfchen koche“, kocht dieses einen feinen Hirsebrei und sobald es heißt: „Töpfchen steh“, hört es wieder auf zu kochen. Leider vergisst die Mutter die Halte-Parole und spricht das Zauberwort „Töpfchen koche“, als die Tochter ausgegangen war. Sie hatte ihren Wunsch, alles auf einmal zu haben und nie wieder hungern zu müssen, nicht zu Ende gedacht und bekam das Ergebnis in Form einer nicht mehr zu bewältigenden Menge an Brei präsentiert. Der Hunger des Menschen jedoch, immer höher und immer weiter zu kommen, ist mit einer schlichten Sättigungsbeilage allein nicht zu stillen – vielmehr  könnte vielleicht eine andere Art der Veränderung notwendig sein. Eine, die leise passiert und verschiedenartig eingeht auf die komplexe Individualität der Menschheit selbst.

Denn sonst bleiben wir letztlich in unserem Ausgangspunkt der zu ändernden Umstände verhaftet. Wir gehen im Grunde immer wieder und wieder auf Los, um es von neuem zu versuchen und denken dabei, dass wir, wenn wir diesmal die Schlossallee erwerben können, das Spiel gewonnen haben. So kommen wir jedoch nicht zu einem Perspektivenwechsel, der eine nachhaltige Veränderung möglich machen würde. Ein solcher ist möglich, wenn wir uns klar machen, an welchem Punkt wir eigentlich stehen, wie genau dieser Ausgangspunkt beschaffen ist. Dafür müssen wir einen Schritt zur Seite gehen. Uns umdrehen. Schauen. Und dann noch einmal den Blickwinkel ändern. Erst dann können wir erkennen, was überhaupt zu verändern ist.

Bei all unseren wirklich großen Problemen, mag nun der ein oder andere denken, brauchen wir auch die großen Lösungen, die unser Leben grundlegend verändern werden. Aber ist das wirklich so? Verschieben wir nicht nur immer die Problematik von A nach B und weiter nach C, bis wir schließlich bei Z angekommen sind und das Paket noch genauso groß ist? Es hat vielleicht eine etwas andere Gestalt angenommen, aber letztlich hat es sich nicht verändert. Und ist nicht genau das in den letzten Jahrhunderten seit Beginn der Moderne passiert? Haben wir nicht Riesen-Schritte gemacht, sind in der Postmoderne gelandet und sind nun völlig überfordert? Während Wilhelm II das Auto noch als vorübergehende Erscheinung bezeichnete und weiter aufs Pferd setzte, können wir mittlerweile unser Handy als Fernbedienung, Navigationsgerät und Scanner auf einmal nutzen – wobei dies wahrscheinlich schon wieder längst überholt ist. Die Pluralität der Möglichkeiten übersteigt unser Fassungsvermögen, vielmehr sind wir nun nahezu hauptamtlich damit beschäftigt, Bewältigungsstrategien für unsere alltägliche Lebensrealität zu finden. Vor lauter Hast haben wir den Quadratmeter Boden, auf dem unsere Füße tatsächlich stehen, aus den Augen verloren.

Die Welt können wir nicht ändern, keiner kann das. Aber ändern können wir unsere persönliche Lebenswirklichkeit. Wir können fragen: Was ist jetzt, genau jetzt? Und dann können wir anfangen, unseren Terminkalender zu leeren, damit wir überhaupt Zeit zum Reflektieren des Geschehens haben. Wir können versuchen, uns auf die Gegenwart und unser soziales Umfeld, auf jeden Einzelnen darin, wirklich einzulassen und können so andere Perspektiven an unser Herz kommen lassen. Wir können unsere Umgebung, die Natur, die Menschen, die Architektur und vieles andere wahrnehmen und erkennen, dass wir Teil dieses Gebildes sind, zwar nur ein kleiner Teil, aber ein Teil mit Verantwortung für dieses Gebilde. Wir können morgens aufwachen und dankbar sein, dass wir in Freiheit leben können und unsere Rechte in einem Grundgesetz gesichert sind, die ein Juwel unter den Verfassungen ist. Wir können achtsam sein, was in der Welt geschieht und uns bewusst machen, dass dieses unsere freie Leben keine Selbstverständlichkeit ist, sondern wir vielmehr dafür einstehen müssen, dass sich, bei allem Wunsch nach Veränderung, dies niemals ändern wird. So legen wir den Grundstein für eine Veränderung, die langsam aber sicher signifikant sein wird.

Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.

Wieder einmal hat er stattgefunden – der Hitler-Vergleich. Und wieder einmal ist er herausgepickt aus einem Gesamt-Zusammenhang. Der Aufruhr ist groß – gleichwohl der Grund dafür fragwürdig ist. Ungeschickt ist er zwar gewesen und man wundert sich, warum er in regelmäßigen Abständen auf irgendeinen Tisch kommt, wenn doch die mediale Reaktion fast immer die Gleiche ist. Egal, ob er von Hillary Clinton kommt oder von jemand anderem. Bei deutschen Politikern wird es meist besonders brenzlig. Für die Medien ist dies jedesmal ein schöner Vorgang, denn die entsprechenden Beiträge existieren ja alle bereits – nur die Namen müssen ausgetauscht werden.

Wie oft schon wurden im Laufe der Geschichte Vergleiche gezogen – immer ging es dabei darum, aktuelles Geschehen besser einordnen zu können. Und immer war es der Versuch, aufgrund von früheren Handlungen Vorhersagen treffen zu können über das, was nun gerade geschieht. Letztlich hat dies nie geklappt, denn in der Komplexität des Weltgeschehens wiederholt sich nichts in exakt der gleichen Weise ein zweites Mal. Vergleiche sind also letztlich immer Zeichen und Hinweis darauf, dass das aktuelle Geschehen nicht einzuordnen und das Handeln des Anderen nicht vorhersehbar ist. Der Vergleich ist meist auch ein Versuch, von der eigenen Unsicherheit abzulenken.

Der aktuelle Vorgang jedoch steht meines Erachtens symptomatisch für die Politik der Europäischen Union: Wir wissen nicht, was geschehen wird, verfolgen nahezu gelähmt das Geschehen in der Ukraine, nehmen erste Veränderungen auch in anderen ehemaligen Sowjetstaaten wahr und arbeiten an Reaktions-Strategien auf die nächsten Schritte Russlands.

Dabei wäre es anders herum richtig und eine andere Herangehensweise wichtig: Natürlich müssen wir auf bestimmte Vorgänge reagieren – vor allem aber müssen wir uns innerhalb von Europa einigen und eine klare europäische Politik erarbeiten. Wir müssen eine gemeinsame Linie finden, mit der wir wirklich zu Akteuren werden, die handlungsfähig sind. Die Lösung ist nicht, gebannt auf Russland zu starren, was dort wohl als nächstes geschehen mag. Wir könnten statt dessen versuchen, einen Schritt voraus zu sein.

Die Zeit ist um, in der jeder einzelne Nationalstaat seine Schäfchen als Schnellstes versuchen sollte, ins Trockene zu bringen. Denn wir sind nun Europäer – mit jeweils verschiedenen nationalen Wurzeln, das wohl – aber wir sind Europäer und sollten auch als solche handeln. Es ist, als hätten wir uns vor Jahrzehnten eine schöne und feine Robe gekauft, mit Gold bestickt und unermesslich wertvoll, aber viel zu groß – nun sollten wir versuchen, in diese hineinzuwachsen, damit wir sie in ihrer ganzen Kostbarkeit auch ausfüllen und sie beim Gehen nicht verlieren.


Europa – Unsterblich wird dein Name sein!

Als Zeus Europa entführte, vollendete er einen Plan, der in dem Moment in seinem Geiste entstanden war, als er die Schönheit und den Liebreiz Europas vom hohen Olymp aus entdeckte und sofort zu ihr entbrannte. Das Versprechen, das er ihr gab war jenes, den Erdteil, zu dem er sie entführte, nach ihr zu benennen. Die Entführung Europas ist gleichsam die Taufe eines Kontinents, mit dessen Namen man auf ewig Schönheit, Anmut und Fruchtbarkeit verbindet. Die Geschichte, die darauf folgt, könnte reichhaltiger und vielfältiger nicht sein. Es ist eine Geschichte von ständigem Wandel: von Aufbrüchen und Wachstum, von Krieg und Frieden, von Wohlstand und wissenschaftlichen Glanzzeiten – und von schwarzen Gräben, wie sie tiefer und schwärzer nicht sein könnten. Das heutige, in weiten Teilen seit Jahrzehnten befriedete Europa ist ein Novum aus Sicht der Geschichtsschreibung.

Joschka Fischer sagte in einem Gespräch mit Helmut Schmidt, dass seine Sorge nicht sei, Europa würde mit einem großen Knall enden. Vielmehr befürchte er, dass Europa sich mehr und mehr entleert und nur mehr als Hülle bestehen bleibt. Ist seine Sorge begründet? Was sind die historischen Pfeiler, auf denen Europa gebaut wurde? Und was sind die Säulen, auf die sich unser heutiges Europa stützt? Vor allem aber: welche Möglichkeiten haben wir, diese Säulen heute tragfähig zu gestalten und das Konstrukt Europa dauerhaft mit Inhalt zu füllen?

Die geschichtlichen Ursprünge Europas gehen weit in die Antike zurück und bilden das Fundament unseres Welt- und Menschenbildes. Geeint war Europa dennoch nie – erst Karl der Große machte die ersten Einigungsschritte und gilt daher bis heute als „Vater Europas“. Die vielen Kriege, die dennoch in den folgenden Jahrhunderten folgten, mündeten schließlich in den 30jährigen Krieg, der mit dem ersten internationalen Friedenskongress und dem hier getroffenen Westfälischen Frieden beendet wurde. Er war eine Zäsur in der europäischen Geschichte, da er maßgeblich zur gesamteuropäischen Stabilität beitrug und Beispiel war für zahlreiche nachfolgende Friedens-Verhandlungen.

Machtstreben und Konkurrenzkampf der europäischen Großmächte führten jedoch weiterhin zu ständigen Kämpfen, Kriegen und Revolutionen. Die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert gingen ebenfalls von Europa aus und hinterließen spätestens 1945 ein schwarzes Loch auf allen Ebenen: Nicht nur Millionen von Soldaten waren getötet, Feindschaft zwischen den Völkern gesät und Grenzen zunichte gemacht worden, auch Menschenwürde und Menschlichkeit als solche war nahezu vernichtet worden.

Aus den Trümmern des Schlimmsten, was der Mensch anzurichten in der Lage ist, entstand in Deutschland eine Verfassung, die ein Juwel unter den Verfassungen ist und in Europa ein immer größer werdender Zusammenschluss von Nationen, der sich bis heute zu einer Union entwickelt hat, die zusammenarbeitet, gemeinsam zum Wohl der Bürger entscheidet und dennoch ein föderatives Bündnis darstellen möchte. Wenn man in Brüssel das Parlament besucht und das im Jahr 2012 neu eröffnete Parlamentarium, kann man dort zurückblicken auf die konzentrierte Geschichte der letzten 70 Jahre und man wird gewahr, dass die Europäische Union auch in Zukunft alternativlos sein wird. Die Globalisierung mit ihren Vor- und Nachteilen ist nicht rückgängig zu machen und sich ihr zu verweigern, indem man auf klar nach aussen abgegrenzte Nationen setzt, ist reaktionär und auch aus wirtschaftlicher sicht fragwürdig. Vielmehr haben wir in Europa die Möglichkeit, auf dem Fundament unserer demokratischen Werte ein Staatenbündnis ausbauen zu können, in dem Menschenwürde und Menschenrechte erhalten und ihnen grundlegender Wert beigemessen wird und das – vor allem – dafür auch einsteht. Wir können die Probleme, vor denen wir heute stehen – Syrien, Ukraine, der gesamte nahe Osten und eine sich möglicherweise wiederholende Weltwirtschaftskrise – nicht allein als einzelne Nationalstaaten lösen.

Am 25. Mai werden wir wieder an die Urnen gerufen – wir haben die Möglichkeit, an einer Geschichte mitzuwirken und weiterzuschreiben und einen kulturell vielfältigen, politisch handlungsfähigen und gesellschaftlich lebenswerten Ort zu erhalten und auszubauen, der aus vielerlei Hinsicht ohne Alternative ist.