Wievieljähriger Krieg

Israels Bodenoffensive hat begonnen – man kann letztlich von einem mittlerweile 66jährigen Krieg sprechen, dessen Ende nicht abzusehen ist. Die Problematik ist so komplex, dass es längst nicht mehr um Schuldzuweisungen geht und eine Beurteilung der Lage von außen nicht zu treffen ist – von innen jedoch auch nicht.

Das Leid aller Beteiligten und die zermürbende tägliche Auseinandersetzung mit der Bedrohung der sozialen und geographischen Umgebung könnte über kurz oder lang zu einer solchen Ermüdung führen, dass der Friede von allein einkehrt. Davon ist allerdings bisher nichts zu spüren, zumindest nicht bei denen, die über die Kampfhandlungen entscheiden.

Es gibt im Grunde keine Antwort auf die Frage, wie und wann der Konflikt beendet werden könnte, wenn einer der größten israelischen Politiker, Jitzchack Rabin, aus den eigenen Reihen heraus umgebracht werden konnte, weil er einen aus Sicht der Radikalen zu starken Friedenswillen vertrat. Wenn alle Friedensverhandlungen immer wieder an den gleichen Punkten scheitern und abgebrochen werden müssen, weil letztlich keiner bereit ist, einen noch so kleinen Kompromiss zu machen. Oder wenn klar wird, dass die Politiker selbst längst nicht mehr entscheiden, sondern von verschiedensten Parteien im Hintergrund immer wieder zu mehr oder weniger gewollten Entscheidungen gezwungen werden.

Der Dreißigjährige Krieg endete mit 5jährigen Friedensverhandlungen, die in das Waffenstillstandsabkommen des Westfälischen Friedens mündeten. Die darauf folgenden einjährigen Verhandlungen führten unter anderem zu einer Abmachung, die eine politische Neuordnung über 100 Jahre zur Folge hatte. Es war also ein sehr langfristig gedachtes Unterfangen. Immerwährenden Frieden jedoch hat auch dies in Europa nicht gebracht, wenngleich er ein- zumindest für eine gewisse Zeit – einigermaßen befriedetes und auf nahezu völkerrechtlichen Grundlagen basierendes Europa bescherte.

Man sieht allerdings, dass eine tatsächliche Verhandlungsbereitschaft sowie Geduld Voraussetzung dafür ist, dass in aufwändigen Prozessen Gebietsgrenzen und Zuständigkeiten reformiert werden können. Auch für die Umsetzung muss dann viel Geduld investiert werden. Der erste Schritt in Nahost wäre eine langfristige internationale Präsenz, die nachhaltig vermittelt, um den Weg in eine Verhandlung um eine Zwei-Staaten-Lösung zu ebnen.

Aber auch hiervon sind die Beteiligten nach wie vor weit entfernt.

 

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2 Gedanken zu “Wievieljähriger Krieg

  1. Hallo!

    Ich bin ganz deiner Meinung, der Nahostkonflikt dauert schon viel zu lange. Beide Parteien sind ausgelaugt, erschöpft, am Ende ihrer Kräfte. Es ist dringend notwendig, endlich zu einer Übereinkunft zu kommen. Das Land wird von seinen eigenen Bewohner zerstört, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einheitlicher Staat eine Zukunft hätte. Besser wäre meiner Meinung nach eine Teilung, da somit sowohl das Gesicht der Israelis als auch der Palästinenser bewahrt werden würde.

    • Ja, auf jeden Fall – dazu gehört von beiden Seiten die Einsicht, dass Kompromisse gemacht werden müssen. Und dass man den jeweiligen Staat und die Rechte der Staatsangehörigen wahren muss!

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