Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast…

… und nicht nur im letzten Sommer: Der BND möchte in Zukunft soziale Netzwerke live ausforschen. Auch Blogs sind davon betroffen. Es soll also zukünftig jeder digitale Schritt aufgezeichnet und gespeichert werden. Letztlich ist dies alles nichts Neues. Dennoch stellen sich mit unverminderter Vehemenz immer wieder die gleichen Fragen:

1. Woher kommt dieser Irrglaube, dass eine Stadt, ein Land, ein Kontinent tatsächlich sicherer ist, wenn alle Daten seiner Bürger gesammelt und gespeichert werden? Gibt es nicht genug Umgehungsmöglichkeiten für potentielle Terroristen? Und gibt es nicht bereits genug Menschen, die fälschlich aufgrund von falsch interpretierten Mitteilungen ins Visier der Geheimdienste gerieten?

Denn hinter den Überwachungstechniken stecken Algorithmen, die zwar – je nach Programmierer – hoch entwickelte Berechnungen durchführen können. Sie sind in der Lage, jedes auch noch so kleine – und das ist das entscheidende: KALKULIERBARE – Detail in ihre Auswertungen mit einzubeziehen. Menschen jedoch sind nicht bis ins Letzte berechenbar. So bleibt also – trotz aller möglichen einkalkulierten Risiken – immer ein kleiner Bereich, der mit keiner Maschine der Welt berechnet werden kann. Die endgültige Sicherheit also wird immer eine Trügerische bleiben.

2. Ist es für uns Bürger – Blogger, Netzwerker, Mailer, Netzleser… – also die einzige sichere Alternative, uns vom Netz loszusagen? Kann es sein, dass – wenn wir selbstbestimmt leben wollen – wir nicht umhin können, uns nur noch analog zu unterhalten oder Meinungen zu äußern? Geraten wir dann erst recht ins Visier, weil wir dadurch noch verdächtiger sind?

Auch hier bleibt wahrscheinlich immer ein Restrisiko, welches darin liegt, dass wir nicht alles im Griff und unter Kontrolle haben können. Auch wäre dieser Weg wahrscheinlich der Falsche, weil wir die wunderbaren Möglichkeiten, die das Netz uns ja tatsächlich auch bietet, ebenfalls aufgeben würden. Wahrscheinlich bleibt uns nichts anderes übrig, als für Selbstbestimmung im Netz zu kämpfen. Wenn uns dies mangels ausgefeilterem technischen Verständnisses nicht möglich ist, können wir diejenigen unterstützen, die das Verständnis haben – und wir können unsere tiefe Überzeugung nach außen tragen, dass die Freiheit des Menschen, wie sie in Art. 2 des Grundgesetzes verankert ist, dem Wesen und der Würde des Menschen immanent ist und dass es sie mit allen Mitteln zu schützen gilt!

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