Wenn Politik und Pilgern nicht zu trennen ist

Eine Reise in den Nahen Osten kann letztlich nie unpolitisch sein – auch nicht für den Papst – und auch dann nicht, wenn diese Reise eigentlich „ausschließlich religiös“ sein sollte und im Zeichen der Ökumene steht. Vielleicht aber trifft es dieser Begriff am Besten, möchte doch die abrahamitische Ökumene einen Dialog bzw. Trialog zwischen dem Islam, dem Juden- und dem Christentum fördern. Genau dies aber ist so unglaublich schwierig, weil es eben nicht ein ausschließlich religiöser Trialog sein kann, schon gar nicht in Israel. Viel zu tief gehen die Konflikte und viel zu lange dauern sie schon an, als dass man sie rein politisch oder rein religiös glätten könnte.

Franziskus nun hat auf seiner Reise Peres und Abbas zum Friedensgebet in den Vatikan eingeladen – beide haben die Einladung angenommen. Sie wird im Zeichen eines Wunsches nach Befriedung stehen und im Zeichen von gegenseitig notwendigen Kompromissen, die die Rechte aller Bürger – egal ob Bürger der Palästinensergebiete oder von Israel – stärken mögen. Der Papst fordert diese von beiden Seiten, indem er „Mut zum Frieden“ fordert.

Die Zerrüttung innerhalb der Staaten (wenngleich Palästina noch kein offizieller Staat ist) macht die Lage seit jeher zu einem schier unauflöslichen gordischen Knoten, für den sich bis heute kein Schwert finden konnte, diesen zu durchtrennen. Alle Gespräche – und haben sie noch so viel Hoffnung bei den Menschen ausgelöst – konnten bisher keine Lösung bringen. Ein gemeinsames Gebet kann ein neuer Anfang sein – möge es nicht nur im Vatikan stattfinden, sondern im Sinne der Oikumene auf dem ganzen bewohnten Erdkreis.

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